Sieg der Unvernunft: Deutsche Autolobby vs. Nachhaltigkeit

16 07 2012 | Dominik | Kategorie: Umleitung | 1 Kommentar

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Wieder hat es die deutsche Autolobby geschafft, der Umwelt ein Schnippchen zu schlagen. Die deutschen Autobauer haben durchgesetzt, dass für Hersteller von PS-Bolliden in Zukunft andere CO2-Grenzwerte gelten als für Kompakt- und Kleinwagen-Bauer. In Europa wird mit zweierlei Maß gemessen wird. F

Die Welt könnte so schön sein: Ein Ökolabel zeigt dem Autokäufer auf einen Blick, wie umweltschonend oder -schädlich das Auto ist. So kann der Kunde mit dem Portemonnaie über mehr Nachhaltigkeit in der Autobranche abstimmen. Gleichzeitig gibt die Politik dem Ganzen ein bisschen Nachhilfe und schreibt wirksame Grenzwerte für den CO2-Ausstoß vor. Klingt gut? Ist aber nicht so – obwohl wir beides haben: ein Ökolabel und CO2-Grenzwerte.

Doch die Autolobby hat es mal wieder geschafft, eine sinnvolle & zukunftsweisende politische Initiative auszuhölen und zu verwässern. Ende letzten Jahres hatte sie bereits das Ökolabel ad absurdum geführt (siehe griin-Bericht). Jetzt dürfte schon wieder der ein oder andere Lobbyist in Champagner baden: Denn auch die von der EU beabsichtigte Senkung der CO2-Grenzwerte auf 95 Gramm pro Kilometer wurde von den deutschen Autobauern erfolgreich torpediert.

So hat die EU sich zwar damit durchgesetzt, die CO2-Grenzwerte von 130 g/km erneut zu senken. Doch den Zielwert konnte die Autolobby stark aufweichen – inbesondere im Vergleich zum technisch machbaren. Nicht einmal eine einheitliche Regelung konnte erreicht werden – wofür insbesondere die deutsche Autoindustrie verantwortlich ist. Denn diese kämpfte bis zur letzten Minute gegen den einheitlichen Grenzwert von 95 g/km – und hat sich durchgesetzt. Und so gilt in Europa künftig das Motto “schwer darf mehr” (siehe Spiegel Online).

Ab 2020 werden Hersteller umweltschonender Kleinfahrzeuge daher früher bestraft als “Schiffsbauer” wie BMW und Daimler. Für  Fiat gilt beispielsweise ab 2020 ein Flotten-Grenzwert von 84 Gramm CO2 pro Kilometer, BMW & Daimler hingegen dürften weiterhin fast 100 Gramm CO2 in die Atmosphäre blasen. (Siehe auch Spiegel Online)

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    Ein Kommentar


    1. wolfgang | 16 07 2012 | 21:21 Uhr

      Nun, Geld regiert die Welt. Mein 18 Jahre alter Peugeot 106 braucht weniger Sprit als ein neuer Opel Corsa… amerikanische Geschäftsführung macht’s möglich. Ich würde solche Neuwagen striktweg verbieten, die heute, im 3. Jahrtausend nach Christus immer noch immense Mengen an Benzin verbrauchen, obwohl der 3-Liter Motor schon vor über 30 Jahren erfunden wurde. (Elsbeth-Motor) Jetzt handelt es sich bei diesen Fahrzeugen um Kleinstwägen…
      Unsere deutsche Gesetzgebung ist mehr als nur willkürlich. Alte Fahrzeuge sollen bald jährlich zum TÜV. Armes Deutschland.



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