Griin-Premiere auf der eCarTec

20 10 2011 | Sascha | Kategorie: Umleitung | 1 Kommentar

[Logo: eCarTec]

Griin war für euch auf der eCarTech 2011, der „3. Internationalen Leitmesse für Elektromobilität“ (Eigenwerbung). Wir haben in München viele tolle Autos gesehen – und noch mehr tolle Zweiräder!

„What’s love gotta do with it“ – Tina Turners Klassiker dudelt aus den Lautsprecherboxen in dem riesigen Zelt, das als eine Art Boxengasse dient. Die US-Sängerin hat offenbar nie am Steuer eines Elektroautos gesessen! Für uns dagegen gibt es gegen die Kopie des Führerscheins ein blaues Armbändchen, danach ab in die Warteschlange – und los geht’s mit dem Nissan Leaf, „Car of the year 2011“, auf die etwa einen Kilometer lange Teststrecke auf dem Außengelände.

[alle Bilder: Griin-Autor Sascha]

Die nette Dame auf dem Beifahrersitz weist uns kurz ein („Sind Sie schon mal Automatik gefahren?“), danach dürfen wir auf der Geraden auch mal richtig Gas, pardon: Strom geben. Und das macht Lust! Ja, es ist ein Klischee, aber wer zum ersten Mal am Steuer eines Elektroautos sitzt, ist durchweg von der Beschleunigung begeistert. Ab kommendem April ist das kompakte Familienauto ab 35.000 Euro zu haben. Den Panzer, der auf dem Außengelände platziert ist, dürfen wir dagegen nicht fahren, er ist immerhin auch nur „teilelektrisch“ betrieben. Wir nehmen trotzdem mal Platz im Inneren und posieren für einen Schnappschuss.

Vor allem die vielen Zweiräder fallen auf bei der dritten eCarTech, die mit 503 Ausstellern aus 24 Ländern noch mal eine 30-prozentige Steigerung gegenüber 2010 verzeichnet. Während bei den e-Autos – trotz des aktuellen Hypes um den Opel Ampera – derzeit viel über Attraktivitätssteigerung (Stichwort: staatliche Kaufanreize) diskutiert wird, werden international schon Millionen elektrischer Zweiräder, Bikes und Scooter, verkauft.

Einer davon ist der Govecs GO! S3.4, der am ersten Messeabend mit dem eCarTec Award in der Kategorie Motorräder ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig stellte der Münchener Hersteller seine T-Serie von Cargorollern mit bis zu 170 Litern Fassungsvermögen vor – laut Govecs-Mitarbeiter am Stand ideal für Pizzalieferfirmen, ambulante Pflegedienste oder Handwerker.

Eher den Lifestyle-Bedarf bedienen Dreirad-Roller wie der Lyric (den wir ebenfalls getestet haben – Bericht folgt!), die wie ein Kinderklapproller aussehende, vollelektrisch angetriebene „Tante Paula“ (Werbespruch: „säuft nicht! Raucht nicht!“) oder das kurvige „BlackTrail“. Hergestellt vom Regensburger e-Bike- und Pedelec-Anbieter PG Bikes (bekannt durch Kunden wie Lady Gaga und Orlando Bloom), ist es mit knapp 60.000 Euro wohl eines der teuersten Fahrräder der Welt, mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h aber auch eines der schnellsten.

Auch Stars auf vier Rädern sind zu bewundern. Neben dem allgegenwärtigen Ampera (mit dem eCarTech Award in der Kategorie Elektroauto ausgezeichnet) und anderen Bekannten wie dem Peugeot iOn, dem smart fortwo oder dem Mitsubishi iMiEV gibt es interessante Studien zu entdecken: etwa den „Elmar“ von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, der mit unkonventioneller Leichtbaukarosserie ins Auge fällt. Ähnlich der „Reporter“, ein futuristisch anmutender Pickup mit innovativem Beleuchtungskonzept, entwickelt von der Daimler-Tochter MBtech. (Den Mute von der TU München gibt’s dagegen nur auf Plakaten und in Broschüren zu sehen – schade!)

Da soll noch einer sagen, der E-Mobilität fehle das Emotionale. Sogar Nutzfahrzeuge wie das Amsterdamer Taxi im Retro-Look oder das weiße E-TukTuk (!) gefallen mit ansprechendem Design. (Der mit dem eCarTec in der Lategorie Nutzfahrzeuge ausgezeichnete e-Wolf Delta 2 dagegen überzeugt eher mit Funktionalität.) Ach ja: Wenn es sein muss, wird Emotionalität auch künstlich erzeugt – wie beim Zero Motorcycle, dem mit einer ordentlichen Schlammdusche street (oder vielmehr: offroad) credibility eingehaucht wurde.

Fazit: Die eCarTech ist mit einer niedrigen fünfstelligen Besucherzahl noch eine Nischenveranstaltung – die ausgerechnet bayerische Hersteller wie BMW und Audi erst gar nicht mit ihrer Anwesenheit beehren. Der Mix aus kleinen Anbietern bzw. Herstellern und Global Playern wie Siemens und Bosch macht durchaus Sinn. Und während das „Gastland“ Korea viele interessante Perspektiven bietet, verlockt der Stand der Spanier mit vielen Texttafeln und wenig Anfassbarem eher zum Weiterschlendern.

Im Gegensatz zur IAA herrscht in München keine Volksfeststimmung, dafür gibt es auch (noch) kein Gedrängel. Für die fehlenden Hostessen wird entschädigt, wer die durchgehend auf hohem Niveau stattfindenden Gespräche an den Ständen verfolgt. Auch eher Bizarres wie e-Skateboards und Waterpedelec (elektrische Tretboote) gehören zum Angebot. Schließlich findet e-Mobilität nicht nur auf der Straße statt. Wir kommen jedenfalls gerne wieder!


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Ein Kommentar


  1. Dominik | 20 10 2011 | 13:13 Uhr

    Toller Arikel, Sascha! Wäre auch gern dabei gewesen. Sieht nach einem bunten Haufen aus – so soll es sein!

    griin.de



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