griin Testaktion – Opel Ampera Teil 2
auf der Nürburgring-Nordschleife
in der „Grünen Hölle“ (inkl. Video)

06 06 2012 | Christian S. | Kategorie: Serienreifes | 1 Kommentar

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[Foto: Michaela Scheffner]

Nachdem sich der Opel Ampera in unserem griin-Alltagstest bewährt hat, wartet nun eine extreme, eine der extremsten Aufgaben auf das E-Auto mit Range Extender – die Nordschleife des Nürburgrings. Dort in der „Grünen Hölle“, wo vor kurzem beim 24 Stunden Rennen reihenweise Wagen in die Leitplanken krachten und wo die Automobil-Hersteller regelmäßig ihre Erlkönige Härtetests unterziehen, schickten wir den Rüsselsheimer auf ein paar schnelle Runden.

Zugegeben, wir von griin sind nicht die ersten, die mit einem E-Auto auf die 20,8 km lange Strecke gehen. Wegen ihrer 170 Kurven mitten in der bergigen Eifel ist sie auf der ganzen Welt berühmt berüchtigt und während der „Touristen-Fahrten“ dennoch für alle straßenzugelassenen Autos sowie Motorräder geöffnet. Dass sich E-Sportwagen wie der Tesla Roadster oder demnächst Mercedes AMG SLS E-Cell, Audi R8 e-tron und Porsche 918 Hybrid Spyder hier keine Blöße geben würden, war uns klar. Doch wie sieht es mit dem, auch für Normalverdiener halbwegs erschwinglichen, Opel Ampera aus?

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[Fotos: griin-Autor Dominik]

Auf der Fahrt zum „Ring“ zeigte sich der Ampera selbst bei Autobahntempo gutmütig und komfortabel. 171 km/h – und somit zehn mehr als offiziell angegeben – standen maximal auf dem digitalen Tacho und wahrscheinlich könnte der Opel auch noch schneller, als es die Elektronik zulässt. Doch für zügiges Reisen reicht das ebenso wie die Leistung von 86 PS des kleinen 1,4 Liter Benzinmotors, der als Generator den Elektromotor an der Vorderachse antreibt. Zum Einsatz kommt er entweder, wenn die Lithium-Ionen-Batterie nach rund 50 km elektrischer Fahrt leer ist oder wenn man sie wie wir im „Halten-Modus“ genau davon abhalten will.

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Nach nicht ganz voller Ladung am Morgen bleiben uns, im deutschen „Mekka“ des Motorsports angekommen, noch rund zweidrittel der maximalen Akkuleistung, also rund 35 bis 40 km rein elektrischer Reichweite bei normaler Fahrweise. Daran hätte auch ein Stopp an der Strom-Tankstelle direkt gegenüber des Haupteinganges am Nürburgring nichts geändert – weder haben wir ein Starkstromkabel dabei – noch haben wir die nötige Zeit, denn gleich öffnet die Nordschleife …

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Dort auf dem Parkplatz neben der Einfahrt fallen wir unter den PS-strotzenden Sportwagen, den Tuning-Fans und „Petrol-Heads“ aus Deutschland und ganz Europa sofort auf. Als Exoten bestaunt, werden wir ebenso neugierig wie ungläubig gefragt, ob wir tatsächlich mit unserem Gefährt auf die Piste gehen wollen? Ja, wir sind zuversichtlich und glauben an den Ampera oder hoffen wir nur blauäugig, dass der Opel die Tortur unbeschädigt durchhält!? Egal, jetzt ist keine Zeit für Zweifel – Ticket gelöst (eine Runde kostet 26 Euro) – und auf geht’s!

Exklusives Video unserer ersten Runde auf der Nordschleife – rein elektrisch!

Noch voller Adrenalin und Endorphinen erreichen wir nach weniger als 15 Minuten, aber mit völlig leeren Akkus wieder Start-Ziel an der Döttinger Höhe. Tapfer hat der Ampera durchgehalten und war mit den maximal 150 PS / 350 Nm Drehmoment gar nicht mal so langsam, obwohl die Rennstrecke sicherlich alles andere als seine natürliche Umgebung ist. Das merkt man vor allem den schmalen Leichtlauf-Reifen an, die mit geringem Rollwiederstand ganz klar auf Effizienz und nicht auf Sportlichkeit getrimmt sind. Zusammen mit dem relativ hohen Gewicht von rund 1,8 Tonnen verursachen die Gummis das stets spürbare Untersteuern, das den Wagen in Kurven nach außen schieben lässt.

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Sicher ist das in Verbindung mit dem ESP allemal, aber als Fahrer hat man damit ebenso zu kämpfen, wie mit der für die Rennstrecke zu indirekten Lenkung. Was im Alltag beispielsweise beim Rangieren eher positiv auffällt, macht sich hier unter den Extrembedingungen speziell in engen Kurven negativ bemerkbar. Die Bremsen präsentieren sich von der hohen Belastung kaum beeindruckt und nach einer kurzen Pause zur Abkühlung gehen wir erneut an den Start zu Runde Nummer zwei.

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Diesmal bleibt uns allerdings keine Wahl außer dem Benziner. Er ist weniger spritzig und wirkt teilweise sehr angestrengt. Das merken wir spätestens ungefähr zur Halbzeit der Runde, als eine Warnmeldung im Display erscheint: „Reduzierte Antriebsleistung“. Danach schafft der Ampera kaum mehr über 100 km/h und wir vermuten, dass es entweder ein Problem der Überhitzung oder der Ölversorgung ist. Aus gutem Grund verfügen viele Sportwagen über eine Trockensumpfschmierung, die auch bei Kurvenfahrten mit extremen Querrbeschleunigungen dafür sorgt, dass immer ausreichend Öl an die wichtigen Stellen im Motor kommt. Wir lassen es zwangsläufig langsamer angehen und schleppen uns in Ziel.

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Glücklich, doch noch dort angekommen zu sein, sind wir auf den ersten Blick positiv vom Benzinverbrauch auf den rund 20 Kilometern angetan – knapp 3 Liter scheinen zwar weit weg von den offiziell angegebenen 1,2 Litern, doch in Anbetracht der rasanten Fahrt noch im Rahmen. Doch auf den zweiten Blick fällt auf, dass es der absolute Wert war und der Durchschnittsverbrauch über 14 Liter auf 100 km beträgt. Das ist natürlich unserem extremen Testparcours geschuldet, auf dem sich der Opel aus unserer Sicht erstaunlich souverän präsentierte – wenn auch die Grüne Hölle nicht sein natürlicher Lebensraum ist und auch nie werden wird – aber das hatten wir nicht anders erwartet. Für uns hat der Ampera eine der wohl härtesten Herausforderungen überhaupt für Autos mit kleinen Abzügen bestanden!

Übrigens: Die Warnmeldung wegen der reduzierten Leistung verschwand nach einer Verschnaufpause wieder und war seitdem nie nicht mehr gesehen.

Mehr Fotos vom Opel Ampera gibt es bei griin auf Facebook


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    Ein Kommentar


    1. Dominik | 06 06 2012 | 18:53 Uhr

      Bin immernoch begeistert von dieser Idee! Einfach toll.

      griin.de



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