griin @ IAA 2011

19 09 2011 | Christian S. | Kategorie: Serienreifes | 0 Kommentare

[Fotos: Griin-Autor Christian]

„Wir konnten unser Glück gar nicht fassen!“ meinten einige der zehn Gewinner unserer Verlosung, denen ein für die Füße anstrengender aber auch sehr interessanter Fachbesuchertag mit griin auf der IAA in Frankfurt erwartete.

Los ging es in der Festhalle, die traditionell seit vielen Jahren von Mercedes-Benz in Beschlag genommen wird. Neben der spektakulären Bühnenshow warteten verschiedene E-Cell- und F-Cell-Modelle entdeckt zu werden. Warum sich der nicht ganz neue, aber mit seiner auffälligen Lackierung nicht zu übersehende SLS Flügeltürer mit Elektroantrieb regelrecht in einer Ecke versteckte, wunderte uns aber etwas. Gleich nebenan bei Smart waren die Elektrokleinwagen und -fahrräder dagegen nicht zu übersehen. Ab nächstem Jahr sind die Cityflitzer nun endlich auch zu kaufen und das wohl zu relativ erschwinglichen Preisen.

Von einer Serienfertigung sind die zweisitzigen Konzeptautos von Audi und Volkswagen wohl noch weiter entfernt, aber auch so gab es beim VW-Konzern mit diversen Elektroversionen und dem neuen Up bemerkenswerte Ansätze. Die zeigen auf der Messe natürlich nicht nur die deutschen Hersteller – quasi an jedem Stand gab es mindestens einen Hybriden und Elektromobilität scheint sowieso das dominierende Thema der diesjährigen IAA zu sein.

Den Unterschied zwischen einem Hybridfahrzeug und einem E-Auto mit benzingetriebenen Range Extender erklärte uns dann exklusiv und anschaulich Jörg Wahl, der bei  Chevrolet für E-Mobility zuständig ist. „Setzen Sie sich ruhig mal rein“ motivierte er unsere Gruppe im Serienmodell des Chevrolet Volt Platz zu nehmen. Der „Bruder“ des Opel Ampera soll demnächst auch in Deutschland, allerdings günstiger als der Rüsselsheimer angeboten werden.

Alles andere als günstig wird wohl das Rimac Concept One werden: mit vier Elektromotoren und über 1.000 PS Leistung soll der Supersportwagen über eine Million Euro kosten. Bei aller Begeisterung für die Beschleunigung in unter drei Sekunden auf Hundert, muss man sich auch kritisch mit dem Verbrauch auseinandersetzen – selbst wenn statt fossiler Brennstoffe „nur“ elektrische Energie verbraucht wird – das aber sicherlich nicht zu wenig. Doch wie schon bei Tesla, die diesmal nicht auf der Messe vertreten waren und fleißig am neuen Modell S arbeiten, ziehen die sportlichen Stromer immer wieder die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Kein Wunder bei dieser Optik, oder?!

Dicht umringt und natürlich auf unserem Messerundgang nicht fehlen, durfte Fisker. Die Kalifornier stellten ihrer Karma-Limousine mit dem Surf! eine Art Shooting Brake Sportkombi zur Seite. Ein Surfbrett passt zwar nur auf den Dachgepäckhalter und nicht in den Kofferraum, aber das kleine Unternehmen beweist wieder einmal, zu welchen (seriennahen) Konzepten es möglich ist. In geballter Form konnten wir diese in Halle 4 erleben, die ganz im Zeichen der Elektromobilität verschiedenste Unternehmen, wie Zulieferer, Entwickler und (Kleinst)Hersteller unter einem Dach vereinte. Da müssen die großen Hersteller erstmal wieder versuchen, aufzuholen und Anschluss zu bekommen. Das dies wahrscheinlich schneller als gedacht passieren wird, hatte uns Frank M. Rinderknecht von Rinspeed vor kurzem erst prognostiziert.

Während man draußen unterschiedliche Elektromobile live erfahren konnte, bewegte sich der Panzer der Bundeswehr mit Tarnlackierung in der Halle keinen Meter weit. Er erinnerte stark an die derzeitige Diskussion um die Kennzeichnungspflicht der Energieeffizienz bei PKWs und dem bereits oft zitierten Vergleich eines Panzers mit einem Kleinwagen, der wegen der Berücksichtigung des Gewichts schlechter eingestuft werden würde. Zu diesem aktuellen Thema besuchten wir eine hochrangig besetzte Diskussionsveranstaltung, über die demnächst noch separat berichtet wird.

Zum Abschluss des IAA-Tages statteten wir den i-Modelle von BMW, über die griin bereits berichtete, einen Besuch ab. Für viele Besucher und Experten waren der i3 und i8 die Stars der IAA, die mehr denn je „unter Strom stand“. Wer dieses Jahr noch nicht auf der Messe war und die Möglichkeit hat, sollte sich die Chance zum Besuch nicht entgehen lassen.

Wir vom griin-Blog sind schon gespannt, ob in zwei Jahren auf der nächsten IAA bereits mehr Serienmodelle mit alternativen Antrieben als mit Verbrennungsmotor zu bestaunen sein werden. Griin wird die Entwicklungen weiterhin unter die Lupe nehmen. Das sind wir unseren griin-Fans doch schuldig – und den Teilnehmer an dieser Stelle vielen Dank – es war ein spannender Tag mit Euch!


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