Griin-Fahrbericht: Audi A3 auf Mallorca |
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Eigentlich dauert es noch einige Monate, bis die ersten Exemplare des neuen Audi A3 ausgeliefert werden, aber wir von griin konnten bei der Internationen Fahrvorstellung
auf Mallorca bereits mehrere Varianten des Kompakten testen.
„Effizienz, Dynamik und Fahrspaß“ so sieht und positioniert Audi die dritte Generation des A3, von dem seit 1996 inzwischen fast drei Millionen Exemplaren gebaut wurden. Bislang war der Ingolstädter neben dem BMW 1er als exklusive Alternative in der Golfklasse nahezu konkurrenzlos. Das könnte sich mit der neuen A-Klasse von Mercedes nun aber bald ändern. Dass dies ein spannendes Duell wird, deutete sich schon auf dem Genfer Autosalon im März dieses Jahres an, wo beide neuen Modelle erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert wurden.
Jetzt wurde griin von Audi eingeladen, den A3 auf Mallorca auch zu fahren –
dafür haben wir selbstverständlich via Atmosfair CO2 für 20 Euro kompensiert.

„Welchen hätten Sie denn gern“, werden wir von einem Audi-Mitarbeiter nach der Ankunft auf der Baleareninsel gefragt, und die Wahl fällt gar nicht leicht, denn auf dem Parkplatz vor dem Flughafengebäude warten mehr als 20 fein rausgeputzte Wagen mit verschiedenen Ausstattungen und Motoren auf die Testfahrer(innen) aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Zum ersten Tagesziel, einer Finca ganz in der Nähe von Palma, wählen wir einen 180 PS starken TFSI-Benziner. Der Reihen-Vierzylinder mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung geht mit strammen 250 Nm Drehmoment schon ab 1.250 Touren sportlich ans Werk, bleibt dabei aber sehr leise. Im Durchschnitt soll er nur 5,6 Liter auf 100 km verbrauchen, was wir bei den kurzen Teststrecken nicht wirklich nachprüfen können.

Gleiches gilt für die anderen zum Marktstart in August angebotenen Triebwerke, die ebenfalls komplett neu entwickelt wurden und mit einer Start-Stop-Automatik sowie Rekuperation gekoppelt sind. Wie wir dann in der Pressekonferenz hören, sollen die Motoren im Durchschnitt bis zu 12 Prozent weniger als in der Vorgängergeneration verbrauchen. Weitere Varianten sind geplant, darunter Ende 2013 eine Version mit dem neuen e-gas und 2014 ein Plug-In-Hybrid. Wie uns auf Nachfrage bestätigt wurde, ist auch eine reine Elektroversion in der Diskussion. Bis dahin will Audi die Effizienz der konventionellen Verbrennungsmotoren weiter verbessern und an anderen Stell-
schrauben zur Verbrauchsreduzierung drehen. Da wäre zum einen das Thema Leichtbau, das – vom Motorsport kommend – immer mehr für die Serienfahrzeuge genutzt wird. Vor allem durch den erweiterten Einsatz von Aluminium und modernen Stählen wurde das Gesamtgewicht um bis zu 80 kg gesenkt.
Die Einstiegsmotorisierung 1.4 TFSI ist mit 1.175 kg heute beispielsweise ungefähr so leicht wie die erste Generation des A3 von vor 15 Jahren. Audi verkündet entsprechend stolz und selbstbewusst, damit die „Gewichtsspirale“ moderner Fahrzeuge, die mit mehr Sicherheits- und Komfortfeatures immer schwerer werden, gestoppt zu haben.
Und tatsächlich, auch der neue A3 ist noch sicherer und luxuriöser geworden.

Hochwertige Materialien, die sehr gute Verarbeitungsqualität und modernste Technik erinnern eher an die gehobene Mittel- oder Oberklasse als an einen Kompakten – allerdings auch beim Preis, denn der ist happig und die Aufpreisliste nahezu unendlich. Sinnvoll finden wir das Navi mit großem, ausfahrbarem Display und Google-Anwendungen, das sich sogar bequem per Handschrift bedienen lässt. Außerdem lobenswert weil innovativ ist, dass beim Tempomat adaptive cruise control mit Abstandsradar neben den Komfort- und Sicherheitsaspekten auch die Nachhaltigkeit nicht vergessen wurde. Wie wir während unserer zweiten Testfahrt mit dem bereits erwähnten 1.4 TFSI und 140 PS selbst erleben konnten, bremst das System im speziellen Effizienz-Modus vorrausschauend frühzeitig ab, wenn wir uns von hinten einem anderen Auto nähern, und beschleunigt anschließend weniger rasant als bei den anderen Einstellungen. Hinzu kommen bei dem manuellen 6-Gang-Getriebe noch Hinweise zum frühen Hochschalten, was die optionale S tronic mit sieben Stufen ohnehin automatisch macht. Leider erstmal nur für den kleinen Benziner gibt es die Zylinderabschaltung dazu: Wenn nicht viel Leistung gebraucht wird, schalten sich mit „cylinder on demand“ zwei der vier Zylinder bei ab. Das hilft Kraftstoff zu sparen – offizieller Durchschnittsverbrauch 5,2 Liter – und ist kaum spürbar.

Untermotorisiert fühlen wir uns auf der letzten Etappe auch mit dem kleinen 1.6 TDI samt 105 PS nicht. 3,6 Liter Diesel Verbrauch auf 100 km und 99 g/km verspricht Audi für den vorläufigen „Sparmeister“ der A3-Baureihe. Trotz aller Genügsamkeit lässt sich mit ihm entspannt unterwegs sein, und selbst Fahrspaß lassen alle getesteten Versionen nicht vermissen – ganz im Gegenteil! Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass bereits die Vorgängerversion des neuen Audi A3 in fast allen Aspekten überzeugt hat – die Neuauflage setzt nun noch einen drauf. Sie ist schick, dynamisch und komfortabel zugleich, besticht mit neuen Detail- sowie Technologielösungen und ist vor allem noch sparsamer geworden. Neben dem hohen Kaufpreis von über 22.000 Euro und den teuren Aufpreisen für Sonderausstattungen, fehlen uns zum Marktstart jedoch alternative Antriebe. Schade, dass Hybrid & Co. erst in den nächsten Jahren folgen. Bei aller Sportlichkeit hätte Audi getreu dem Motto „Vorsprung durch Technik“ damit ein Ausrufezeichen setzen und Mercedes unter Zugzwang setzen können. Wir können es schon kaum erwarten, demnächst die neue A-Klasse und Ende des Jahres auch den Golf VII testen zu können, denn neue Technologien und selbst kleine Effizienzverbesserungen können in der Kompaktklasse mit vielen Millionen Autos große Auswirkungen haben.
Einige der Highlights des neuen Audi A3 lassen sich hier in 360° virtuell “erfahren” …




