CES 2015: BMW i Innovationen und Updates

07 01 2015 | Christian Sauer | Kategorie: Entwicklungen, Serienreifes | 2 Kommentare

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[Fotos: BMW]

Nachdem wir gestern schon die Highlights von Mercedes-Benz und Volkswagen in Las Vegas vorgestellt haben, folgt heute BMW mit mehreren interessanten Ideen.

Die intermodale Routenführung im BMW i3 bindet bereits heute viele Verkehrsmittel inklusive des öffentlichen Personennahverkehrs in die Zielführung in urbanen Ballungsräumen mit ein. Selbst wenn der Fahrer sein Elektro-Auto verlässt, zeigen Smartwatch oder Smartphone eine Liste mit Umstiegsoptionen, um sicher und rechtzeitig zum Zielort und auf Wunsch zurück zum Fahrzeug zu kommen. Die Spezialisten der BMW Group Forschung und Technik präsentieren in Las Vegas im Rahmen von BMW i Connected Mobility die konsequente Weiterentwicklung dieser Navigation. Zudem ist eine Carfinder App integriert, mit deren Hilfe das Fahrzeug auch in großen Parkhäusern mit mehreren Stockwerken den exakten Abstellplatz erkennt. Die Anwendung registriert die Position und stellt sie auf dem BMW Backend zur Verfügung. Die Position kann somit für die Führung zurück zum Fahrzeug genutzt werden. BMW i Connected Mobility bindet neben Smartphone und Smartwatch auch das heimische TV-Gerät, das durch eine Internetanbindung zum Smart-TV geworden ist, als Eingabe- und Anzeigegerät ein und macht es zum Mobilitätscenter.

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BMW i Connected Mobility erkennt beispielsweise auch aus dem digitalen Kalender des Nutzers, wenn zwischen zwei Terminen eine räumliche Distanz zu überbrücken ist. Für diese Strecken ermittelt die Anwendung die benötigte Zeit und erstellt aus vielen einzelnen Reisebausteinen eine exakte und jederzeit aktuelle Mobilitätsagenda. Dabei lernt das System, solche Verkehrssysteme auszuwählen, die vom Anwender bevorzugt genutzt werden, und kann ihm dadurch optimale Empfehlungen mit auf den Weg geben. Smartwatch oder Smartphone unterstützen den Nutzer, mit der Mobilitätsagenda rechtzeitig zum Ziel zu kommen. Ebenso wie zu Hause auf dem Smart-TV stehen alle Streckeninformationen auf Wunsch inklusive einer Zielführung, zum Beispiel zum Parkplatz oder zur nächsten Bushaltestelle, unterwegs auf den mobilen Endgeräten zur Verfügung. Mithilfe der Mobilitätsagenda erinnern Smart-TV, Smartphone oder Smartwatch den Nutzer sogar daran, wann es Zeit wird, aufzubrechen, um den nächsten Termin noch rechtzeitig zu erreichen. Weil alle Geräte über die Cloud mit dem Backend synchronisiert sind, wird jederzeit eine nahtlose Vernetzung sichergestellt.

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Mit der BMW i Remote App für Android ermöglicht BMW als erster Fahrzeughersteller weltweit schon jetzt serienmäßig die Steuerung von Fahrzeugfunktionen des BMW i3 per Smartwatch. Mit BMW i Connected Mobility erschließen die Experten weitere Möglichkeiten: Per Smartwatch können in der Forschungsanwendung die Türen des BMW i3 auch per Gestensteuerung entriegelt werden. Auf Wunsch lassen sie sich auch automatisch öffnen und schließen, wenn sich der Nutzer samt Smartwatch dem Fahrzeug nähert beziehungsweise sich entfernt. Dies ist eine Anwendung, die neben dem privaten Bereich auch den Komfort bei der Nutzung des BMW Carsharing-Programms DriveNow deutlich erhöhen kann.

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Beim vollautomatisierten Parken in Parkhäusern erfassen vier Laserscanner den kompletten Bereich rund um das Forschungsfahrzeug und erstellen ein exaktes Umgebungsbild. Diese Informationen verknüpft der vollautomatisierte Remote Valet Parking Assistant mit dem digitalen Lageplan eines Parkhauses und kann auf Basis dieser Daten den BMW i3 selbstständig, dynamisch und sicher zu einer freien Stellfläche fahren und dort abstellen. Möchte der Fahrer wieder aufbrechen, ruft er das Fahrzeug zum Beispiel per Sprachbefehl über die Smartwatch und der BMW i3 steht rechtzeitig wieder am Ausgang des Parkhauses zur Abfahrt bereit.

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Hochvoltbatterien ohne Kabel laden: Mit einer Forschungsanwendung demonstriert die BMW Group analog zu den anderen Herstellern, wie Hochvoltspeicher künftig noch komfortabler über eine induktive Stromversorgung kabellos geladen werden können. Das System besteht aus zwei Spulen – eine im Fahrzeugboden und eine zweite auf dem Garagenboden –, zwischen denen ein magnetisches Wechselfeld die Energie überträgt. Obwohl die Spulen sich nicht berühren, wird die Energie mit einer Leistung von 3,3 kW übertragen. Um die Batterie des BMW i8 zu laden, benötigt das System etwa zwei Stunden und damit ebenso viel Zeit, wie die Ladung mit Kabelverbindung benötigt. Das System startet automatisch, Strom fließt aber nur dann, wenn die beiden Spulen richtig zueinander positioniert sind und der Energietransfer nicht gestört wird. Die freigesetzte elektromagnetische Strahlung ist neben dem Fahrzeug geringer als beim Induktionskochfeld in der heimischen Küche.

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Das ChargeForward Programm von BMW i soll ein intelligentes Laden zur Senkung der Gesamtbetriebskosten für Elektrofahrzeuge ermöglichen. Es untersucht Möglichkeiten, mit dem Laden der Batterien von BMW i3 Fahrzeugen zur Effizienzsteigerung des Stromnetzes in Spitzenzeiten beizutragen. Mit diesem Pilotprogramm, das im Juli 2015 im Großraum San Francisco gestartet wird, werden das Ladeverhalten und die Fahrgewohnheiten von bis zu 100 i3-Fahrern über einen Zeitraum von 18 Monaten untersucht. Alle Teilnehmer des Programms erhalten am Anfang und am Ende des Programms einen finanziellen Bonus. Die Batterien der Fahrzeuge, die an das intelligente Ladesystem angeschlossen sind, werden zum idealen Zeitpunkt aufgeladen. Dieser Zeitpunkt liegt innerhalb des Zeitfensters, in dem das Fahrzeug an eine Ladestation zuhause angeschlossen ist. Dabei werden die Mobilitätsbedürfnisse der einzelnen Teilnehmer berücksichtigt. Falls gewünscht, können die Teilnehmer das Programm tageweise aussetzen. Ein Teil der aus dem Programm resultierenden Vorteile für das Gesamtnetz (Steigerung der Zuverlässigkeit) wird an die i3 Eigentümer bzw. Teilnehmer in Form von Boni weitergegeben. Dies bedeutet, dass die Gesamtbetriebskosten für das Elektrofahrzeug zurückgehen. Gleichzeitig wird im Rahmen des BMW i ChargeForward Programms die Verwendung von Batterien aus gebrauchten Elektrofahrzeugen wie dem MINI E als stationäre Energiespeicher untersucht, um z. B. Angebotsspitzen bei der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien besser zu nutzen. Mit BMW i ChargeForward untermauert der Auto-Hersteller sein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus des Produkts hinweg und reduziert die Betriebskosten für Elektrofahrzeuge, da Kostenersparnisse seitens der Stromanbieter an die Kunden weitergegeben werden können.

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Und zu guter letzt haben wir noch den neuartigen Display-Schlüssel, der die Komfortfunktionen eines Funkschlüssels – Öffnen, Schließen und sichere Identifizierung zum Start des Fahrzeugs – mit einzigartigen Statusanzeigen verbindet. Auf einem 2,2 Zoll großen hochauflösenden LCD-Display lässt sich ablesen, ob die Türen und Fenster verriegelt sind, oder – wie beim innovativen Plug-in-Hybrid-Sportwagen BMW i8 – der Ladezustand der Batterie abrufen.


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