Brennstoffzellen-Update: Honda und Toyota

19 01 2015 | Christian Sauer | Kategorie: Entwicklungen, Serienreifes | 0 Kommentare

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[Foto: Toyota]

Während Honda eine Öko-Offensive ankündigt, übertrifft der Toyota Mirai alle Erwartungen und dessen Brennstoffzellen-Technik kommt nun sogar in Bussen zum Einsatz.

Honda will sein Angebot an alternativ angetriebenen Fahrzeugen erweitern: Für 2018 kündigten die Japaner im Rahmen der Detroit Auto Show ein neues Batterie-Elektroauto sowie ein Modell mit Plug-in-Hybridantrieb an. Darüber hinaus sollen weitere Hybridmodelle auf den Markt kommen. In welchen Märkten die Autos verfügbar sein werden, ist noch unklar.

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[Foto: Honda]

Den Start der Öko-Offensive markiert aber bereits 2016 das Brennstoffzellenauto FCV, das als Studie auf der Messe präsentiert wurde. Die Limousine soll auch helfen, den Vorsprung von Toyota in Sachen alternativer Antriebe aufzuholen. Die Marke war vor allem beim Hybridantrieb ursprünglich nahezu auf Augenhöhe mit Toyota, einige Modelle wie der Insight oder der CR-Z liefen international zuletzt aber nicht mehr gut. In Deutschland wird aktuell nur noch der Kleinwagen Jazz mit Hybridantrieb angeboten. Eine reine Elektroversion des Modells gibt es nur in Japan und den USA und auch dort nur in geringer Auflage.

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[Foto: Toyota]

Konkurrent Toyota hat mit seinem Brennstoffzellenauto Mirai in Japan bereits im ersten Verkaufsmonat alle Erwartungen übertroffen: Hatte der Autobauer mit einem Jahresabsatz von 400 Einheiten gerechnet, sind nach Herstellerinformationen bereits jetzt schon rund 1.500 Bestellungen eingegangen. Von den bisherigen Bestellungen entfallen 60 Prozent auf Behörden und Unternehmen, die restlichen 40 Prozent sind Privatkunden. Besonders gefragt ist das Brennstoffzellenfahrzeug insbesondere im bevölkerungsreichen Tokio. Benannt nach dem japanischen Wort für Zukunft, ist der 4,90 Meter lange Mirai weltweit das erste echte Serienauto mit Brennstoffzelle. Auf den deutschen Markt kommt die Limousine im September. In Europa dürfte sich der Hoffnungsträger deutlich schwerer tun. Nicht nur, weil es zum Beispiel in Deutschland aktuell nur ein Dutzend Wasserstofftankstellen gibt, sondern auch, weil die Japaner hier für den Mirai über 78.000 Euro verlangen – doppelt so viel wie BMW für den i3 und sogar mehr als Tesla für das Modell S.

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Toyota setzt seine Wasserstofftechnik aber nicht nur allein für den Mirai ein. In Japan hat der Konzern nun einen Linienbus mit Brennstoffzellen und Tanks seiner neuen Limousine ausgerüstet. Anders als der viersitzige Pkw verfügt der mit insgesamt 76 Plätzen aber über gleich zwei Brennstoffzellen, acht Tanks und zwei 110 kW/150 PS starke E-Motoren. Der Bus ist ab sofort im Linienverkehr am Unternehmenssitz in Toyota City unterwegs und soll weitere Erkenntnisse zu der noch neuen Antriebstechnik sammeln. Anders als beim Brennstoffzellen-Pkw ist Toyota bei Bussen mit der emissionsfreien Technik kein Pionier. Daimler etwa baut seit 2002 in Kleinserie Wasserstoffversionen des Mercedes Citaro, die unter anderem in Stuttgart und Hamburg im Einsatz sind. Im Vergleich mit Pkw sind Busse deutlich besser für den Einsatz von Brennstoffzellen geeignet. Platzbedarf und Kosten spielen eine geringere Rolle, zudem sind sie nicht auf ein Tankstellennetz angewiesen, sondern können zentral am Betriebshof des Betreibers getankt werden.


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