ADAC EcoTest: Hybride verbrauchen deutlich mehr

23 07 2014 | Christian Sauer | Kategorie: Politik, Serienreifes | 3 Kommentare

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[Der Volvo V60 D6 Hybrid AWD verbraucht laut ADAC 84 % mehr als die angegebenen 1,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer; Foto: Volvo]

Sieht man sich die Werbung der Autohersteller an, werden oft phänomenal niedrige Verbrauchswerte angegeben. Doch oft liegen diese im Alltag deutlich höher. Dabei ist die Differenz zwischen den offiziellen und tatsächlichen Werten nicht bei allen Antriebsarten identisch – das zeigt eine Auswertung des ADAC von über 300 aktuellen Modellen.

Die Hersteller prüfen ihre Autos nach der gültigen EU-Norm (NEFZ = Neuer Europäischer Fahrzyklus) und geben den dabei ermittelten Verbrauch an. Der Fahrzyklus der Norm ist für viele Autofahrer in der Praxis nicht aussagekräftig, weil sich der NEFZ auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h beschränkt, die zudem auch nur kurzzeitig gefahren wird.. Daher prüft der ADAC im EcoTest alle Fahrzeuge nach einem an der Praxis orientierten Fahrprofil und unter realistischen Bedingungen.

Chevrolet Camaro

[Offiziell verbraucht der Chevrolet Camaro 14,1-13,1 Liter pro 100 km; Foto: Chevrolet]

Die Ergebnisse sind hoffentlich korrekt und ernüchternd: Nur wenige Modelle verbrauchen weniger – zugegeben auf hohem Nivau. Beispiele dafür sind das Chevrolet Camaro Cabrio (-17 %), Audi R8 Spyder V10 S tronic (-7 %) und Nissan 370Z Roadster Automatik (-6 %). Besonders auffällig ist allerdings die hohe Abweichung von über 25 % zwischen EU-Verbrauchsangabe und EcoTest-Verbrauch bei den Hybrid-Fahrzeugen. Vor allem Volvo V60 D6 Hybrid AWD (84 %), Toyota Prius 1.8 Plug-In Hybrid (73 %) und Lexus IS 300h Sport Automatik (36 %) fallen negativ auf. Allein der Kia Optima Hybrid Automatik verbrauchte im ADAC EcoTest nur 0,4 % mehr als offiziell angegeben. Woran liegt das?

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[Der Verbrauch des Kia Optima Hybrid ist mit 5,1 Litern realistisch angegeben; Foto: Kia]

Insbesondere bei den Plug-in-Modellen werden Normverbräuche nahe der Ein-Liter-Marke angegeben. Sie werden auf dem Rollenprüfstand mit vollgeladener Batterie getestet, ohne dass die dort gespeicherte Energiemenge in das Messergebnis einfließt. Hinzu kommt bei längeren Fahrten, dass der Akku nach rund 50 Kilometern leer ist und der Verbrennungsmotor übernimmt den Antrieb. So rücken die verlockenden Normwerte in weite Ferne.  Um Kaufinteressenten mehr Transparenz zu ermöglichen, schließen wir uns der Forderung des ADAC an, realistischere Verbrauchstests durchzuführen und diese Daten anstatt denen des NEFZ anzugeben.


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    3 Kommentare


    1. sepp_m | 24 07 2014 | 10:58 Uhr

      Bitte auch mal angeben, wieviel Leistung man für die Normfahrt brauchen würde….und welche “Neben”Verbraucher im Normtest abgeschaltet sind und der Fahrer, oft sinnfrei -Klima sofort am Parplatz einschalten- nutzt.
      Beim Normtest wären mehrere Vollastabschnitte angebracht, dann wäre der Mehrverbrauch wegen Übermotorisierung mit abgebildet.



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