Nachwuchs für den ÖPNV

03 05 2010 | Dominik | Kategorie: Lebensart, Mobilitätskonzepte | 0 Kommentare

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Dass der ÖPNV nicht sexy ist und doch ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Fortbewegung in der Stadt, hatten wir in einem früheren Artikel bereits festgestellt. Doch es besteht wieder Grund zur Hoffnung…

Denn europaweit ist eine neue Art öffentlicher Verkehrsmittel auf dem Vorschmarsch, bei der wir sauber, günstig und unabhängig unterwegs sind – und noch dazu einen eigenen Sitz unter’m Hintern haben: Der öffentliche Fahrrad-Verleih. Kopenhagen hatte damals den Vorstoß gemacht, mittlerweile sind aber scheinbar alle europäischen Metropolen nachgezogen, die in Sachen Nachhaltigkeit etwas auf sich halten: London, Paris, Rom, Berlin – die Liste der Städte liest sich wie das Who-is-who Europas. In dessen ‘Hauptstadt’, in Brüssel, ist das obige Bild auch entstanden. Das Prinzip ist jedoch überall dasselbe, deshalb schauen wir nochmal näher hin, wie Villo! funktioniert:

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An jeder Station eines möglichst eng geknüpften Netzes an Miet-Stationen können sich Bürger und Touristen ein Fahrrad leihen. Die Rückgabe erfolgt an einer beliebigen anderen Station – vorausgesetzt dort ist noch ein Fahrradständer frei. Insgesamt stehen 2.500 Räder zur Verfügung, die an 180 Stationen im Abstand von knapp 500 Metern gemietet und zurück gegeben werden können – es sollte also kein Problem sein, in kurzer Distanz ein freies Rad bzw. einen freien Ständer zu finden.
Teilnehmen kann, wer im Besitz eines der angebotenen Abos ist. Das kleinste ist die Tageskarte für 1,50€, ein ganzes Jahr radeln Brüsseler für 30€. Die erste halbe Stunde Fahrvergüngen ist immer umsonst, danach wird im Halbstunden-Takt abgerechnet:  Erst 50 Cent pro angefangenen 30 Minuten, dann 1€ und ab der vierten halben Stunde 2€. Ziemlich günstig. Ziemlich gut.

Möglich wird das ganze durch sogenannte Public-Private-Partnerships: Die Stadt vergibt für bspw. 10 Jahre ihre Werbeflächen exklusiv an einen Partner aus der Werbeflächen-Vermarktung (in Brüssel ist das JCDecaux). Letzterem stehen in diesem Zeitraum alle Mieteinnahmen zu. Im Gegenzug übernimmt er die Unterhaltung des Fahrrad-Miet-Systems und trägt alle anfallenden Investitionskosten – die gerne mal 75 Millionen Euro und mehr betragen können. Ob sich das lohnt? Für die Stadt bin ich mir da nicht so sicher. Für die Natur auf jeden Fall.


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