Mitfahrgelegenheit.de im Shitstorm: Interview mit der Konkurrenz von flinc (Teil 1)

12 04 2013 | Dominik H. | Kategorie: Mobilitätskonzepte, Umleitung | 4 Kommentare

flinc_Gemeinsam-unterwegs_Fahrgemeinschaften_02
[Spaß am Mitfahren - der ist vielen MFG-lern vergangen. Wie ist das bei flinc?]

Nach der etwas unsanften Einführung von Provisionen & Registrierungszwang brechen dem Fahrt-Vermittlungsportal Mitfahrgelegenheit.de (MFG) reihenweise die Nutzer weg (griin berichtete). Großen Zulauf erhält indes die Konkurrenz. Ob sie es drauf anlegt, oder nicht. So auch das ‘Social Mobility Network’ flinc. griin sprach mit Gründer Benjamin Kirschner über Kommunikation mit der Community, die Zukunft von bezahlter Mitfahr-Vermittlung und die Lehren, die man aus der Krise ziehen kann.

Des einen Leid, des anderen Freud?

griin: Benjamin, ihr von flinc habt euch bisher noch gar nicht öffentlich geäußert zu den Erschütterungen bei eurem Wettbewerber “Mitfahrgelegenheit.de”: Wollt ihr denn nicht von deren Mitgliederschwund profitieren?

Benjamin Kirschner: “Wir machen bewusst keine spezielle Aktion”, so der flinc-Gründer – was sich irgendwie anständig anhört. Und dass sei auch gar nicht nötig, denn: “Unsere Nutzer selbst sind zurzeit die beste Werbung für uns”. Und tatsächlich: Flinc-Nutzer teilen auf Twitter, Facebook & Co fleißig ihre positiven Erfahrungen und setzen dem Frust der @MFGde-ler authentischen Enthusiausmus entgegen:


griin: Dann mach’ für uns doch mal kurz die Bücher auf: Spürt ihr die Krise von MFG?

Benjamin Kirschner: “Ja, wir haben sehr, sehr viele Anmeldungen – und die Zahlen steigen immer schneller.” Wichtig für die flinc-Community sei dabei vor allem, dass viele der neuen Nutzer von Anfang an sehr aktiv sind: 2-4 Fahrten bzw. Inserate pro Monat bringen sie in das flinc-Netzwerk ein. “Manche erwarten natürlich erstmal einen MFG Klon”, gibt Benjamin Kirschner zu, sodass einigen am Anfang gewohnte Funktionen fehlen. “Aber wir haben sehr gute Conversions”, sagt er, sprich: Die meisten angespülten Interessenten schauen sich flinc nicht nur an, sondern werden zu aktiven Nutzern des ‘Social Mobility Networks’.

griin: Was lernt ihr bei flinc aus den Problemen von MFG?

Benjamin Kirschner: “Dass die offene, ehrliche Kommunikation und der enge Austausch mit den Nutzern wichtig ist.” Und wenn man sich die Kommunikation von flinc ansieht, werden Offenheit & Austausch in der Tat großgeschrieben. Ob Unternehmensblog, Facebook-Timeline oder Twitter-Account – flinc ist sehr aktiv, antwortet auf Nutzerfragen und will Nutzer auch in die Entwicklung neuer Funktionen einbinden [z.B. im Firmen-Forum]. Und noch ein zweiter Punkt wird für Bejamin Kirschner durch die letzten Wochen deutlich: “Dass das Mitfahren für viele offensichtlich superwichtig ist und einen großen Kostenfaktor ausmacht. Wir haben Nutzer, die fahren zwei Mal im Monat eine Strecke von 600km und nehmen 4 Leute mit – für die macht es am Ende des Monats einen echten Unterschied, wenn 100 Euro mehr oder weniger in der Tasche haben.”

griin: Im Zuge der letzten Wochen sind ein paar neue Player am Himmel der Fahrt-Vermittler erschienen. bessermitfahren.de startet ganz neu, aber auch der europäische Big Player blablacar hat seinen Markteintritt in Deutschland erklärt: Wird es langsam eng auf dem Markt?

Benjamin Kirschner: “Zurzeit entstehen viele neue Portale, das ist richtig. Aber das war ähnlich, als wir 2011 angefangen haben.” Nach einer Weile hätten sich davon aber nur eine handvoll als langfristig relevant herausgestellt – und er sei froh, dass flinc bis heute einer davon ist. Wichtig sei allerdings, dass der Markt sein Potential noch lange nicht ausgeschöpft hat: “Bei 20 Millionen Pendlern in Deutschland, ist noch jede Menge Luft nach oben”. Ihm schweben da offensichtlich ganz andere Größenordnungen vor…

[Weiter geht's mit Teil 2 am nach dem Wochenende.]


Info & Share


    4 Kommentare


    1. tom | 15 04 2013 | 14:42 Uhr

      Wie wäre es mit .freie-mitfahrgelegenheit.de?

      http://www.freie-mitfahrgelegenheit.de ist ,frei für jeden,
      frei von Vermittlungsgebühren, frei von Vermittlungsbarrieren

      freie-mitfahrgelegenheit.de



    2. Marina | 16 04 2013 | 23:31 Uhr

      Bei Drive2day gibt es meines Erachtens das größte Angebot zur Zeit. Dort sind die meisten Mitfahrer und Fahrer hin, weil das Portal sehr bekannt ist und ausgereift. Flinc würde ich insbesondere für Kurzfahrten empfehlen. Wenn es aber um längere Strecken ab 100 KM geht, dann findet man bei Drive2day sehr schnell Mitfahrer aber auch Fahrer. Find ich super, dass die auch unabhängig bleiben wollen, also keine Investoren oder Partner ins Boot holen.

      drive2day.de



    3. Don | 23 04 2013 | 14:18 Uhr

      Sehr interessant. Aber: Das ist doch kein Interview! Diese Mischung aus Zitat und indirekte Rede…schlimm sowas!



    4. Dominik | 24 04 2013 | 16:56 Uhr

      Danke für das viele Feedback & die Links zu Alternativen!
      @Don: Auch dir danke für’s Feedback. Du hast recht: Das ist etwas verzwungen… Das hat aber redaktionelle Gründe, weil wir bei wörtlichen Zitaten wesentlich länger auf die Freigabe warten müssten & wir aktuell berichten wollten!

      griin.de



    Ihr Kommentar

    Sie können sich anmelden oder direkt einen Kommentar schreiben:





    Senden