Das Öko-Label für Pkws

12 07 2011 | Sabrina | Kategorie: Lebensart | 0 Kommentare


[Bild: via spiegel.de]

Die Bundesregierung will zum 01. Oktober ein Label einführen, mit dem man beim Autokauf einschätzen kann, wie die Öko-Bilanz des Autos aussieht (ähnliche Label gibt es z.B. schon auf Waschmaschinen). Damit nicht kreuz und quer verglichen wird, richtet sich die Einstufung vom grünen A zum roten G nach dem Gewicht des Fahrzeugs. Doch das ist durchaus problematisch.

Es ist eigentlich eine einfache mathematische Rechnung: man möchte einen möglichst geringen CO2 Ausstoß im Verhältnis zum (also „geteilt durch“ das) Gewicht haben. Das Ergebnis des Bruchs wird nicht nur kleiner, wenn der CO2 Ausstoß geringer ist, sondern auch, wenn das Gewicht größer wird. Und das kann zu Verwirrung führen – ein großer, schwerer Geländewagen kann somit ganz schön umweltfreundlich sein, während ein Leichtbaufahrzeug ziemlich schlecht abschneidet könnte.

Trotzdem findet der Automobilverband VDA die Labels begrüßenswert, und sagt: „Wenn kleine Autos pauschal grün und große Autos pauschal rot eingestuft würden, würde das manche Anbieter zum Ausruhen einladen. So müssen sich nicht nur große, sondern auch kleine Autos anstrengen, um in ihrem Segment eine grüne Einstufung zu erhalten.“

Mobilitätsexpertin Wiebke Zimmer hingegen sieht das anders. Im Zeit online -Interview schlägt sie vor, die Fläche des Autos anstelle des Gewichts einzusetzen, denn obwohl es für verschiedene Bedürfnisse (z.B. für große Familien) große Autos geben muss, wäre es erstrebenswert, wenn diese leichter wären – um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Laut zeit.de scheint „auch der Bundesrat dem Faktor Gewicht nicht zu trauen – er hat heute nur mit der Bedingung zugestimmt, in spätestens drei Jahren auch andere Grundlagen für die Berechnung zu prüfen.“

Hoffen wir, dass ein besserer Richtwert als das Gewicht gefunden wird. Insgesamt denke ich, ist es eine gute Sache, beim Autokauf auf die Energie-Bilanz hinzuweisen (der absolute Co2 Verbrauch steht ja auch drauf) und einen neue Sensibilität dafür zu schaffen. In diesem Sinne ist die Debatte um die Öko-Labels sogar von Vorteil – so haben die Labels jetzt schon mehr Aufmerksamkeit, als wenn sie nur irgendwann still und leise aufgetaucht wären…


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